Ein sicheres Netz für die nächsten 50 Jahre | EWS Energie AG

22. Juni 2026

Der Wandel der Energieversorgung erfordert starke Netze. Swen Bolzern erklärt, wie die EWS das Stromnetz fit für morgen macht.

Text: Celeste Blanc
Bilder: Marcel Aregger
Swen Bolzern
Swen Bolzern

«Beim Netzausbau muss man immer mindestens 30 Jahre in die Zukunft denken.»

Swen Bolzern, Leiter Netzplanung und Projekte

Damit der Strom auch morgen fliesst

Verdichtetes Bauen, Elektromobilität und Photovoltaik verändern die Energieversorgung grundlegend und verlangen neue Lösungen. Der Strombedarf wächst – und mit ihm die Anforderungen an das Netz. Im EWS-Gebiet gestaltet Swen Bolzern dieses aktiv mit.

Hohe Kräne überragen das Gelände, auf dem neue Gebäude wachsen und neue Wege Form annehmen: Noch ist im Weihermattpark vieles am Entstehen. Doch in gut einem Jahr wird auf dieser Grossbaustelle wieder Leben einkehren. Und mehrere Hundert Menschen in Reinach ein neues Zuhause finden.

Mehr Menschen, mehr Strom

Damit der neue Alltag auf dem einstigen Industrieareal der Voco Drahtzieherei AG auch stromtechnisch funktioniert, wächst parallel zum Quartier auch die Netzinfrastruktur. Dabei sorgen neue Trafostationen dafür, dass der Strom in die über 140 geplanten Wohnungen fliesst. Für die Planung und Umsetzung verantwortlich ist Swen Bolzern. Seit November leitet er die Abteilung Netzplanung und Projekte und sorgt mit seinem Team dafür, dass das Stromnetz im EWS-Gebiet nicht nur instand gehalten, sondern strategisch weiterentwickelt wird. «Eine vielseitige Aufgabe, die immer wieder durch neue politische sowie gesellschaftliche und technische Entwicklungen beeinflusst wird», sagt er.

Neue Entwicklungen verlangen Anpassung

Entscheidend bei seiner Arbeit sei deshalb, aktuelle Trends früh zu erkennen und bei der Planung zu berücksichtigen. «Es macht keinen Sinn, ein Netz auszubauen für 10 Jahre», sagt Bolzern. «Beim Netzausbau muss man immer mindestens 30 Jahre in die Zukunft denken.»

Das Stromnetz ist ein fein abgestimmtes System. Die Anforderungen daran verändern sich jedoch: Der steigende Energiebedarf und neue Technologien verlangen Anpassungen. Swen Bolzern, der sich seit seiner Lehre als Netzelektriker mit dem Stromnetz beschäftigt, nennt zwei zentrale Entwicklungen, die das Netz stark verändern: verdichtetes Bauen und Dekarbonisierung. «Verdichteter Wohnraum führt zu einem höheren Energiebedarf», erklärt er. Wo früher ein Einfamilienhaus stand, entstehen heute Mehrfamilienhäuser.

Tausend kleine Kraftwerke entstehen

Gleichzeitig schreitet der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger voran: Wärmepumpen und Ladestationen für Elektromobilität werden häufiger. Parallel dazu speisen immer mehr Photovoltaikanlagen Strom ins Netz ein. Während Energie früher vor allem in eine Richtung floss – vom Kraftwerk zu den Verbrauchenden –, entsteht heute zunehmend ein bidirektionales System. Swen Bolzern: «Hatten wir früher wenige grosse Kraftwerke, die für die Energieproduktion zuständig waren, sind es heute Tausende kleine Anlagen, die dezentral Strom produzieren.»

Trafostationen als wichtige Netzbausteine

Trafostationen spielen im Umbau des Stromnetzes eine zentrale Rolle. Sie «übersetzen» den Strom zwischen verschiedenen Spannungsebenen (siehe unten) – damit er einerseits in Haushalten genutzt und andererseits aus Quartieren wieder ins Netz eingespeist werden kann. Nicht immer braucht es grosse Eingriffe: Teilweise genügen kleinere Anpassungen durch den Ersatz von Kabeln. In anderen Fällen sind hingegen umfassendere Massnahmen nötig, etwa der Bau neuer Trafostationen oder die Sanierung bestehender Anlagen. Diese Projekte sind aufwendiger in der Realisierung und benötigen mehr Zeit, was Bolzern und sein Team auch gegenüber Kundinnen und Kunden erklären müssen.

Zehn neue Trafostationen in Planung

Hinzu kommt die Herausforderung der Standortsuche für die Trafostationen. «Beim Leitungsbau stimmen wir uns mit anderen Gewerken ab, damit Strassen möglichst nur einmal geöffnet werden. Das erfordert eine gute Koordination», sagt Bolzern. Wie stark sich das Netz im Wandel befindet, zeigen die aktuellen Projekte: Zehn neue Trafostationen sind geplant, sieben davon sollen bis Ende Jahr realisiert werden. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine vorausschauende Planung ist. Swen Bolzern: «Nur so stellen wir sicher, dass der Strom auch in Zukunft zuverlässig fliesst.»

Trafostation

Eine Trafostation wirkt wie eine Übersetzerin im Stromnetz: Sie wandelthohe Spannungen so um, dass Strom sicher in Haushalten genutzt werden kann. Gleichzeitig übernimmt sie die umgekehrte Rolle, indem sie den von Photovoltaikanlagen produzierten Strom aus Quartieren auf eine höhere Spannungsebene bringt und ins Netz einspeist. So verbindet sie Verbrauch und Produktion und ermöglicht ein stabiles, bidirektionales Stromsystem.

Erklärung Trafostation
Erklärung Trafostation
Trafostation Weiermattpark
Trafostation Weiermattpark

Im Weihermattpark entstehen aktuell über 140 Wohnungen. Damit alle mit Strom versorgt werden, muss das Netz mittels neuer Trafostationen ausgebaut werden.

Swen und Pirmin
Swen und Pirmin

Für den Netzausbau im EWS-Gebiet sind viele Fachstellen gefragt: Die Planung von Swen Bolzern (rechts) wird von seinen Kollegen aus der Abteilung Netze und Anlagen, hier von Pirmin Eichenberger, realisiert.

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